Deutsche Journalisten — Türkei klärt Akkreditierungs-Kritik

In den vergangenen Tagen stellte sich heraus, dass die türkische Pressebehörde einigen deutschen Journalisten die Verlängerungsanträge ihrer Akkreditierungen nicht genehmigt hatte.

Deutsche Journalisten — Türkei klärt Akkreditierungs-Kritik

Nach den Protesten gegen die abgelehnten Akkreditierungen von einigen deutschen Journalisten in der Türkei kommen nun erste Fakten ans Tageslicht. In mindestens einem Fall soll eine Zusammenarbeit mit dem terroristischen Sprachrohr „Ahval" vorliegen, was eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt.

In den vergangenen Tagen stellte sich heraus, dass die türkische Pressebehörde einigen deutschen Journalisten die Verlängerungsanträge ihrer Akkreditierungen nicht genehmigt hatte.

Gegen die Entscheidung der türkischen Behörden war in mehreren deutschen Medienberichten behauptet worden, dass der Kommunikationsdirektor der Präsidentschaft, Prof. Dr. Fahrettin Altun, die Entscheidungen im Alleingang getroffen hätte. Diese Behauptungen erschienen unter anderem in den folgenden deutschen Medienorganen: Tagesspiegel, Spiegel, Stuttgarter-Nachrichten, Stuttgarter-Zeitung, Frankfurter-Rundschau, Augsburger-Allgemeine, heise.de und nordbayern.de

Auch das Auswärtige Amt hatte seinen Protest bekundet. Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte die Entscheidung auf Twitter ohne die genauen Hintergründe zu kennen: „JournalistInnen müssen Ihrer Arbeit frei und ohne Beschränkungen nachgehen können."

Um die Hauptgründe dieser Entscheidungen ans Tageslicht zu bringen, begann unsere Redaktion mit einer detaillierten Recherche und kam mit einem hochrangigen Beamten aus der türkischen Regierung ins Gespräch. Während des Zusammenkommens erfuhren wir, dass mindestens einer dieser Journalisten in eindeutiger Verbindung zur Terrororganisation von Fetullah Gülen steht - dem Drahtzieher des Putschversuchs vom 15. Juli 2016.

Dabei handelt es sich im konkreten um Tagesspiegel-Mitarbeiter Thomas Seibert, der bisher zahlreiche Artikel für die verbotene Nachrichtenplattform des Gülenisten-Terrorkults „Ahval" verfasste und dort aktiv mitwirkt.

Der Beamte, der namentlich nicht genannt werden wollte, stellte nun am Montag gegenüber Daily Sabah Deutsch klar, dass jede Akkreditierung im Vorfeld gründlich geprüft worden sei. Die Ablehnungen dürften nicht als Kampfansage gegen Journalisten aus der Bundesrepublik verstanden werden. Denn rund 20 andere Journalisten aus Deutschland hätten ohne weiteres ihre Akkreditierung erhalten. Darunter seien unter anderem Mitarbeiter von DPA, ARD, RTL und FAZ, wobei die Zahl der abgelehnten Anträge bei drei liege.

 

Qulle :Dailly Sabah