Muslime in den deutschen Medien 2018: Politologe Yasin Baş untersucht die Berichterstattung von Zeitungen

Muslime in den deutschen Medien 2018: Politologe Yasin Baş untersucht die Berichterstattung von Zeitungen
Yasin Baş

Köln/Melle. Der Journalist und Autor Yasin Baş hat eine neue Publikation mit dem Titel „Presseschau 2018: Muslime in den Medien” herausgebracht. In dem als Jahrbuch konzipierten Werk werden nahezu alle im Jahr 2018 veröffentlichten Nachrichtenmeldungen, die die Muslime und den Islam in Deutschland betreffen, in fünf verschiedenen Kategorien untergliedert: 1. Radikalisierung, Deradikalisierung und Prävention; 2. Institutionalisierung des Islam in Deutschland; 3. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Islamophobie; 4. Umfrageergebnisse und Neue Studien 2018; 5. Beziehungen mit der muslimischen Welt (5a. Deutsch-Türkische Beziehungen; 5b. Beziehungen in den Nahen- und Mittleren Osten).

 

Selbst der Papst hat sein Werk

Baş, der an der Universität Osnabrück Politikwissenschaften und Geschichtestudierte, hatte schon 2011 ein ähnliches Werk publiziert. Damals wurden die Themenbereiche von namhaften Journalisten und Wissenschaftlern kommentiert. Das Werk wurde an das Bundespräsidialamt, an das Bundeskanzleramt, an die verschiedenen Bundesministerien, an einige Landesministerien, an Universitäten, an die Adressen der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften, an Fachleute sowie an die Medien gesandt. Und: Der damalige Papst Benedikt XVI. hat die Publikation bei seinem Deutschlandbesuch im September 2011 in Berlin sogar persönlich überreicht bekommen. Das Werk wurde zudem ins Englische übersetzt und auch an internationale Gremien und Institutionen übermittelt.
„Ich habe täglich die gedruckte Presse sowie Onlinezeitungen ausgewertet und die Artikel, nachdem ich sie analysiert und zusammengefasst habe, in die besagten Teilkategorien gegliedert”, sagt Yasin Baş. Der auch als Berater tätige Wissenschaftler hatte schon 2008 mit dem Publizieren begonnen. Das erste Werk von Baş hieß: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?“. Danach folgte „nach/richten: Muslime in den Medien 2011“. Baş arbeitet überdies als Übersetzer sowie freier Journalist und schreibt für verschiedene türkisch- und deutschsprachige Zeitungen, Magazine, Onlinenachrichtenseiten und Debattenportale. 

Vielfalt muss sich auch in Redaktionen abbilden 

Baş weist darauf hin, dass das Islambild nicht erst seit dem 11. September 2001 so negativ besetzt ist. „Dennoch bekommen wir diese negative Konnotation seit dem 11. September besonders deutlich zu spüren“, sagt Baş. Kurz- und Mittelfristig werde sich dieses Bild nicht verändern, so die Prophezeiung des Wissenschaftlers. Sein Rezept: „Durch grundlegende, akademische Beiträge – also Wissenschaft und Bildung, Stärkung zivilgesellschaftlichen und politischen Interesses – also Teilhabe und Teilnahme, Erhöhung des Engagements im Bereich der Medien- und des Journalismus – also Kommunikation und Dialog”, könnten erste Schritte unternommen werden, damit wieder Sachlichkeit zustande komme. „Diejenigen, die den Diskurs bestimmen und den Rahmen sowie die Bilder vorgeben, müssen sich die Frage stellen, ob sie alles richtig machen“, so Baş. Denn es sei leider Realität, „dass Redaktionen die gesellschaftliche Vielfalt kaum abbilden“. Einwanderer und Menschen aus sozial benachteiligten Milieus seien nicht nur im Journalismus unterrepräsentiert, sondern in sehr vielen Bereichen des alltäglichen und beruflichen Lebens. „Bedauerlicherweise scheinen wir immer noch nicht verstanden zu haben“, sagt Baş, dass Verschiedenheit als Chance genutzt werden könne. 
 

 

 

Yasin Bas ist freier Journalist und Autor. Er schreibt für zahlreiche Internetportale, Zeitungen, Zeitschriften und Magazine in deutscher und türkischer Sprache. Zuletzt erschienen seine Werke: "Islam in Deutschland - Deutscher Islam?" sowie "nach / richten: Muslime in den Medien".