Drei Tage Fruit Logistica: Nachhaltigkeit, Technologie und die Zukunft der globalen Lieferketten
Die Fruit Logistica in Berlin rückte drei Tage lang die zentralen Herausforderungen der internationalen Obst- und Gemüsebranche in den Fokus – von Nachhaltigkeit über neue Technologien bis hin zur Zukunft der Wertschöpfungsketten.
Die Fruit Logistica hat sich auch in diesem Jahr als weit mehr als eine reine Handelsplattform präsentiert. Während der dreitägigen Messe standen grundlegende Fragen zur Zukunft der globalen Obst- und Gemüsewirtschaft im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit, Klimaschutz, datenbasierte Produktion, Biodiversität und innovative Agrartechnologien prägten die Diskussionen.

Ein zentrales Thema war die Frage, wie nachhaltig globale Lieferketten tatsächlich sein können. In Diskussionsrunden wurde erörtert, ob frische Früchte weiterhin über weite Distanzen transportiert werden sollten oder ob klimapolitische Ziele neue Handelsmodelle erfordern. Gleichzeitig wurde betont, dass Nachhaltigkeitsstrategien nicht zulasten der Existenzgrundlagen von Familienbetrieben gehen dürfen. Die Balance zwischen Umweltschutz, Logistik und sozialer Verantwortung stand dabei im Vordergrund.
Große Aufmerksamkeit erhielten technologische Innovationen im Agrarsektor. Besonders Lösungen zur Reduzierung des Chemikalieneinsatzes sorgten für Interesse. KI-gestützte Lasertechnologien zur Unkrautbekämpfung wurden als präzise und effiziente Alternative zu herkömmlichen Methoden vorgestellt. Branchenexperten sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu umweltfreundlicherer und zugleich wirtschaftlicherer Landwirtschaft.
Auch datenbasierte Qualitätskontrolle war ein prägendes Messethema. Moderne Messverfahren, etwa mit Nahinfrarot-Technologie, ermöglichen eine schonende und zugleich präzise Datenerhebung entlang der Lieferkette. Diese Informationen tragen dazu bei, Qualitätsstandards zu sichern, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und Kosten in Millionenhöhe einzusparen. Der Zusammenhang zwischen besserer Datennutzung und höherer Verbraucherzufriedenheit wurde mehrfach hervorgehoben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung der Biodiversität für stabile und resiliente Wertschöpfungsketten. Anhand von Pilotprojekten, unter anderem aus der Bodenseeregion, wurde deutlich, dass der Schutz biologischer Vielfalt nur durch die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft gelingen kann.

Nach drei intensiven Messetagen wurde deutlich: Die Fruit Logistica ist nicht nur ein Treffpunkt der Branche, sondern auch ein zentrales Forum für strategische Debatten über die Zukunft der globalen Ernährungssysteme.