Nationalfeiertag der Islamischen Republik Iran in Berlin: Diplomatie, Geschichte und Kultur im Fokus
Beim Nationalfeiertagsempfang der Islamischen Republik Iran in Berlin standen neben den politischen Botschaften von Botschafter Majid Nili insbesondere die 345-jährige Geschichte der iranisch-deutschen Beziehungen sowie eine Ausstellung historischer Archivdokumente im Mittelpunkt.
Berlin – Anlässlich des Nationalfeiertages der Islamische Republik Iran fand am 10. Februar 2026 in Berlin ein offizieller Empfang statt. Gastgeber war der Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland, Majid Nili, gemeinsam mit seiner Ehefrau. Die Veranstaltung vereinte diplomatische, akademische und kulturelle Elemente.

Grundsatzrede des Botschafters
In seiner Ansprache betonte Botschafter Majid Nili die historische und gesellschaftliche Bedeutung des 47. Jahrestages der Islamischen Revolution. Dieser Jahrestag markiere einen prägenden Abschnitt in der modernen Geschichte Irans und stehe zugleich für die vielschichtige Identität des iranischen Volkes.
Der nationale Charakter Irans beruhe auf drei tragenden Säulen: Demokratie, Islam und iranische Identität. Die demokratische Struktur gründe auf der aktiven Rolle des Volkes bei der Gestaltung seiner Zukunft. Die islamischen Werte speisten sich aus einer jahrhundertealten religiösen Tradition. Die iranische Identität wiederum sei tief verwurzelt in einer mehr als 7.000 Jahre alten Zivilisation, die sich durch Kontinuität, kulturelle Kreativität und Widerstandskraft auszeichne.
Botschafter Nili hob hervor, dass Dialog, Unabhängigkeit und Respekt vor der Menschlichkeit zentrale Leitprinzipien des iranischen Selbstverständnisses seien. Gleichzeitig habe Iran in seiner Geschichte Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Doppelstandards stets zurückgewiesen.

Herausforderungen und außenpolitische Positionierung
Der Botschafter verwies auf die zahlreichen Herausforderungen, mit denen Iran konfrontiert gewesen sei, darunter Kriege, wirtschaftlicher Druck durch Sanktionen sowie terroristische Angriffe auf Zivilisten. Trotz dieser Belastungen habe das Land seinen Kurs fortgesetzt – gestützt auf eine junge, kreative Generation, qualifiziertes Humankapital, umfangreiche natürliche Ressourcen und eine strategische geographische Lage.
Iran sei bereit, internationale Verpflichtungen einzuhalten, sofern diese auf Gegenseitigkeit und gegenseitigem Respekt beruhen. Historische Erfahrungen würden nicht vergessen, dennoch strecke Iran anderen Nationen die Hand zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus.

345 Jahre iranisch-deutsche Beziehungen
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den historischen Beziehungen zwischen Iran und Deutschland. Botschafter Nili verwies auf eine rund 345-jährige Geschichte bilateraler Kontakte, die als Ausdruck langfristiger kultureller Verbundenheit und konstruktiver Kooperation gewertet werden könne.
Im Rahmen des Empfangs wurde eine Ausstellung mit historischen Dokumenten zu den iranisch-deutschen Beziehungen eröffnet. Die Ausstellung veranschaulicht anhand archivierter Schriftstücke und diplomatischer Korrespondenzen die Tiefe und Kontinuität der Beziehungen.

Buchvorstellung und kulturelle Akzente
Ein weiterer Programmpunkt war die Präsentation eines Buches der Journalistin Andrea Röschke mit dem Titel „Iran – Selbst erlebt“. Das Werk beleuchtet die Geschichte, Kultur und gesellschaftliche Realität Irans aus persönlicher Perspektive. Im Rahmen der Veranstaltung überreichte Röschke ein signiertes Exemplar an den Berliner Journalisten Mustafa Ekşi.
Darüber hinaus wurden traditionelle Speisen der iranischen Küche gereicht, um den Gästen einen authentischen Einblick in Kultur und Lebensweise des Landes zu vermitteln. Symbolische kulturelle Geschenke rundeten das Programm ab.

Akademische Beiträge
Im Rahmen der historischen Ausstellung informierte der deutsche Forscher Helmut Seewald über ausgewählte Dokumente zur Entwicklung der bilateralen Beziehungen. Seine Ausführungen unterstrichen die Bedeutung historischer Kontinuität im internationalen Dialog.
Der Empfang in Berlin stellte damit nicht nur eine formelle Feierlichkeit dar, sondern bot zugleich einen differenzierten Einblick in Irans geschichtliches Selbstverständnis, seine außenpolitischen Positionen sowie die kulturelle Dimension der bilateralen Beziehungen.