Steinmeier: Demokratie lebt vom Vertrauen
Der 70. Geburtstag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist im Roten Rathaus in Berlin mit einem offiziellen Empfang und einem Festessen des Berliner Senats gewürdigt worden. In seiner zentralen Rede betonte Steinmeier, dass Demokratie nur dort Bestand habe, wo Vertrauen zwischen Staat und Gesellschaft bestehe.
Berlin – Im Säulensaal des Roten Rathauses fand am Abend ein feierlicher Empfang zu Ehren von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier statt. Gastgeber war der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, der zahlreiche Gäste aus Bundes- und Landespolitik begrüßte.

Steinmeier: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit
Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede des Bundespräsidenten. Steinmeier machte deutlich, dass Demokratie mehr sei als ein formales System:
Demokratie ist kein abstrakter Begriff. Sie lebt vom Vertrauen der Menschen – in Institutionen, in Verantwortungsträger und in den gemeinsamen Willen, Zukunft zu gestalten.
Der Bundespräsident verwies dabei ausdrücklich auf Berlin als historischen Ort demokratischer Bewährungsproben. Die Luftbrücke der Jahre 1948/49 sowie der Fall der Berliner Mauer 1989 seien Beispiele dafür, dass Freiheit und Demokratie erkämpft und verteidigt werden müssten.
Berlin stehe bis heute für Vielfalt, Offenheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterschiedlicher Lebenswelten, so Steinmeier.

Kai Wegner würdigt Steinmeiers Haltung
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner würdigte Steinmeier als Staatsmann, der für Verlässlichkeit, Klarheit und Ausgleich stehe. Gerade in Zeiten internationaler Krisen und gesellschaftlicher Verunsicherung habe Steinmeier Deutschland eine ruhige und glaubwürdige Stimme gegeben.
Wegner hob zudem Steinmeiers Herkunft aus einfachen Verhältnissen hervor und betonte, diese habe dessen Empathie und Verständnis für soziale Fragen nachhaltig geprägt. Berlin fühle sich den Werten, für die Steinmeier stehe, in besonderer Weise verbunden.
Berlin als Kultur- und Demokratieraum
In den Ansprachen wurde auch die kulturelle Identität Berlins thematisiert. Musik, Kunst, Clubkultur und Gastronomie stünden ebenso für die Stadt wie ihre direkte, manchmal raue, aber stets ehrliche Art – die bekannte „Berliner Schnauze“. Diese Offenheit sei Teil der demokratischen Kultur der Stadt.

Festliches Menü beim offiziellen Empfang
Im Rahmen des Empfangs wurde den Gästen ein mehrgängiges Menü serviert. Als Vorspeise gab es Parmesanknödel mit Artischocke, Kirschtomate, Parmesan-Espuma und frittiertem Rucola.
Als Hauptgang wurde zart geschmorte Ochsenbäckchen mit Hibiskus, Zimt und Aprikose an Süßkartoffelpüree gereicht. Alternativ stand ein Dinkelrisotto mit Kräuterseitling, Traubengelee, Walnusscrunch und Kerbel als vegetarische Option zur Auswahl.
Den Abschluss bildete ein Dessert aus Topfenknödeln mit Zwetschgenröster, Baiser und Vanilleeis. Begleitet wurde das Menü von einem Grauburgunder „Vom Kalk“ (Pfalz, 2023) sowie einem Beurer Rot Cuvée (Württemberg, 2021). Am Abend nahmen insgesamt 36 Gäste teil.

Würdiger Abschluss eines staatlichen Empfangs
Der offizielle Empfang endete mit persönlichen Glückwünschen an den Bundespräsidenten. Berlin würdigte Steinmeier nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als Ehrenbürger der Stadt, der für demokratische Werte, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht.
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