Kai Wegner: „Das war ein terroristischer Anschlag“
Angriff auf die Berliner Strominfrastruktur: Klare Worte von Senat und Sicherheitsbehörden
Berlin. Nach dem Angriff auf die Strominfrastruktur der Hauptstadt hat der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, den Vorfall unmissverständlich als terroristischen Anschlag eingeordnet. Es handele sich weder um einen Randvorfall noch um einfache Sabotage, sondern um einen gezielten linksterroristischen Akt, erklärte Wegner.

Wegner betonte, dass die Berliner Polizei, das Landeskriminalamt (LKA) sowie die Berliner Staatsanwaltschaften uneingeschränkt handlungsfähig seien. Die enge Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) sei etablierte Praxis. Aufgrund der Schwere der Tat liege die federführende Zuständigkeit nun bei der Bundesanwaltschaft und dem BKA. Dies bedeute jedoch ausdrücklich nicht, dass Berliner Behörden aus dem Verfahren herausgelöst würden. Die Ermittlungen würden behördenübergreifend fortgeführt.
Polizei: Ermittlungen in alle Richtungen
Der Berliner Polizeivizepräsident Marco Langner erklärte, dass die Sicherheitsbehörden den Sachverhalt umfassend prüfen. In den vergangenen zwölf Monaten habe es mehrfach Versuche gegeben, kritische Infrastrukturen zu beeinflussen. In einzelnen Fällen seien dabei auch russische Akteure aufgefallen. Für den aktuellen Fall gebe es jedoch bislang keine belastbaren Hinweise oder konkreten Spuren in diese Richtung.

Langner betonte, dass die Auswertung von Spuren, technischen Daten und möglichen Tatbeteiligungen mit Hochdruck erfolge. Weitere Details könnten zum jetzigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt werden.
Innensenatorin warnt vor Falschinformationen
Die Berliner Senatorin für Inneres und Sport Iris Spranger wies darauf hin, dass im Zuge des Vorfalls vermehrt falsche oder unbestätigte Informationen kursierten. Hilfsangebote und Maßnahmen würden zentral koordiniert. Die Öffentlichkeit solle sich ausschließlich an verifizierten Mitteilungen der zuständigen Behörden orientieren.

Stromnetz: Kleine Beschädigung, große Auswirkungen
Nach Angaben der zuständigen Stellen verfügt Berlin über rund 35.000 Kilometer Hochspannungsleitungen. Die Beschädigung habe lediglich 3,5 Zentimeter eines Kabels betroffen, jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Stromversorgung gehabt. Die Reparatur erfordere höchste technische Präzision. Die betroffenen Kabel könnten nur bei Plusgraden und unter absolut sauberen Bedingungen verbunden werden.
Daher sei der unterirdische Arbeitsbereich vollständig eingehaust und beheizt worden. Bereits kleinste Verunreinigungen könnten zu Fehlfunktionen oder Kurzschlüssen führen, weshalb die Arbeiten kontrolliert und zeitintensiv durchgeführt würden.

Wirtschaftssenatorin: Energieversorgung ist sicherheitsrelevant
Die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe Franziska Giffey erklärte, dass die Energieinfrastruktur für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt von zentraler Bedeutung sei. Eingriffe in dieses System seien nicht nur technische Vorfälle, sondern hätten stets auch wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Dimensionen. Die Wiederherstellung einer stabilen und sicheren Energieversorgung habe höchste Priorität.
